
Alexandra Brylok
Referentin Soziales und Regionalentwicklung
Die Themen Regionalentwicklung und Soziales standen auch im Geschäftsjahr 2025 weiterhin in engem Zusammenhang mit der genossenschaftlichen Verantwortung für lebenswerte Quartiere, stabile Nachbarschaften und zukunftsfähige Regionen. Neben der kontinuierlichen fachlichen Begleitung sozialer und regionalspezifischer Entwicklungen lag ein besonderer Fokus darauf, bewährte Unterstützungsstrukturen fortzuführen und zugleich neue praxisnahe Impulse für die Mitgliedsgenossenschaften zu setzen.
Ein zentraler Baustein bleibt das durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) geförderte Erfolgsmodell der „Sozialen Kümmerer“. Im Jahr 2025 wurden erneut 22 Wohnungsgenossenschaften in Sachsen durch entsprechende Zuschüsse unterstützt. Parallel dazu erfolgten weiterhin Qualifizierungsmaßnahmen sowie eine inhaltliche Begleitung durch den VSWG, um die Wirksamkeit dieses Ansatzes nachhaltig zu sichern.
Zur Förderung eines gelingenden nachbarschaftlichen Zusammenlebens wurde das „ABC der guten Nachbarschaft“ überarbeitet und zusätzlich in ukrainischer Sprache zur Verfügung gestellt. Damit konnte ein weiterer Beitrag zur Stärkung von Dialog, gegenseitigem Verständnis und Integration in den Hausgemeinschaften geleistet werden.
Mit „FeedbackFlex“ wurde darüber hinaus ein neues, standardisiertes Beratungs- und Baukastensystem für Mieter- und Mitgliederbefragungen entwickelt. Dieses ermöglicht es den Wohnungsgenossenschaften, Befragungen individuell auszurichten und daraus konkrete, umsetzbare Maßnahmen abzuleiten. Die Einführung erfolgte im Rahmen einer digitalen Informationsveranstaltung und stieß auf großes Interesse.
Die Themen Pflege, Teilhabe und die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gewannen im Berichtsjahr weiter an Bedeutung. Mit dem „Digitalen Pflegekoffer“ wurde ein kompaktes Unterstützungsangebot geschaffen, das praxisnahe Informationen, Checklisten und Materialien für den Umgang mit pflegebedürftigen Mietern sowie für Mitarbeiter bereitstellt.
Ergänzend wurde ein umfassendes Informationspaket zum Thema Ehrenamt entwickelt. Dieses unterstützt die Mitgliedsgenossenschaften bei der Aktivierung, Begleitung und rechtssicheren Gestaltung freiwilligen Engagements und stärkt damit die sozialen Strukturen in den Quartieren.
Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen im Arbeitsalltag sowie mit Blick auf die Fachkräftesicherung wurde das Thema psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) weiter aufgegriffen. Aufbauend auf Rückmeldungen aus den Genossenschaften wurden die Voraussetzungen für eine entsprechende Qualifizierung ab dem Jahr 2026 geschaffen. Ergänzend hierzu fand eine Informationsveranstaltung zur Sensibilisierung statt.
Auch neue Arbeitsformen gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Quartiersentwicklung. Flexible Arbeitsmodelle bieten Potenziale zur Belebung von Quartieren und zur besseren Nutzung bestehender Infrastruktur. Mit der Eröffnung von „Marienberg@work“ durch die Wohnungsgenossenschaft „Glück Auf“ eG Marienberg wurde ein weiteres Coworking-Angebot im genossenschaftlichen Wohnumfeld geschaffen, das Wohnen und Arbeiten auf innovative Weise verbindet und gleichzeitig zur Stärkung der lokalen Infrastruktur beiträgt.
Zur weiteren Förderung der Regionalentwicklung engagierte sich der VSWG auch 2025 in verschiedenen Programmen und Initiativen. Hierzu zählen unter anderem das LEADER-Programm zur Stärkung ländlicher Räume sowie der Innenstadtwettbewerb „Ab in die Mitte!“, der kreative Impulse für die Belebung von Stadtzentren setzt.
Der Strukturwandel, insbesondere in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier, bleibt weiterhin ein prägendes Thema. Der VSWG brachte sich aktiv in entsprechende Gremien ein und begleitet die Entwicklungen kontinuierlich. Ziel ist es, die Bedeutung des Wohnens sowie die Rolle der Wohnungsgenossenschaften in diesen Transformationsprozessen sichtbar zu machen und aktiv mitzugestalten.
Im Rahmen des Bündnisses „ZukunftAlter“ wurden auch im Jahr 2025 verschiedene Projekte weitergeführt (InnoQ3, A14ActiveAge), die auf die Entwicklung altersgerechter Wohn- und Lebensbedingungen sowie auf den Einsatz digitaler Lösungen abzielen. Ergänzend wurde mit dem Projekt „DRIVE“ ein innovativer Ansatz zur Verbesserung der Mobilität insbesondere für ältere Menschen angestoßen.
Das Projekt „GenIAL“ wurde im Berichtsjahr fortgeführt und setzte seinen Schwerpunkt auf die Themen Attraktivität, Fachkräftegewinnung und Vernetzung. Neben der Weiterentwicklung baulicher Ansätze wurden auch Erkenntnisse zur Wahrnehmung von Wohnungsgenossenschaften gewonnen. Darauf aufbauend konnten weitere Maßnahmen zur Stärkung der Region als Lebens- und Arbeitsstandort umgesetzt werden.
Mit der Plattform „MehrWertWohnen“ wurde ein zentrales Instrument geschaffen, das Wissen, Handlungshilfen und Praxisbeispiele bündelt und für die Mitgliedsgenossenschaften zugänglich macht. Die Plattform ist modular aufgebaut und ermöglicht eine flexible Nutzung entsprechend individueller Bedarfe. Ergänzend dazu wurden „Quartierssteckbriefe“ eingeführt, die den strukturierten Austausch von Praxisbeispielen fördern und den Wissenstransfer innerhalb des Verbandes stärken.
Mit dem Modellprojekt „LernHub Wohnen+“ wurde ein weiterer wichtiger Baustein zur Qualifizierung im Bereich Wohnraumberatung entwickelt. Ziel ist die Schaffung eines nachhaltigen und qualitätsgesicherten Weiterbildungsangebotes insbesondere für die Beratung von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung.
Darüber hinaus nahm die sachsenweite Servicestelle Quartiersentwicklung und Gemeinwesenarbeit Sachsen (QuGe) aktiv ihre Arbeit auf. Ziel ist es, zivilgesellschaftliche Prozesse in benachteiligten Stadtgebieten zu stärken und die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Der VSWG bringt sich hierbei aktiv in die fachliche Begleitung ein.
Zur fundierten Einordnung sozialer Aktivitäten wurde im Geschäftsjahr 2025/2026 erneut eine umfassende Sozialbefragung unter den Mitgliedsgenossenschaften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Aktivitäten weiterhin ein fester Bestandteil der genossenschaftlichen Praxis sind und wichtige Hinweise für zukünftige Handlungsfelder liefern.
Abgerundet wurden die Aktivitäten durch eine kontinuierliche Informations- und Wissensvermittlung über verschiedene Formate (MI, KuK etc.). Dadurch konnte sichergestellt werden, dass aktuelle Themen zeitnah aufgegriffen und in die Praxis der Mitgliedsgenossenschaften integriert werden.
Insgesamt zeigt sich, dass Wohnungsgenossenschaften auch im Jahr 2025 eine zentrale Rolle bei der sozialen Stabilisierung sowie bei der Entwicklung lebenswerter und zukunftsfähiger Regionen einnehmen.
